Pirelli startet am Dienstag einen zweitägigen Formel-1-Reifentest auf dem Hungaroring in Budapest. Audi, Alpine und Aston Martin unterstützen das Programm. Im Fokus der Tests stehen Trockenreifen, die für die Saison 2027 geplant sind.
Der Test findet im Anschluss an den Großen Preis von Ungarn auf derselben Strecke statt. Die Teams verfügen daher über aktuelle Informationen zum Streckenbelag und den örtlichen Gegebenheiten. Pirelli koordiniert das Programm und entscheidet, welche Reifenprototypen die einzelnen Fahrzeuge erhalten.
Drei Teams bleiben in Budapest
Die teilnehmenden Teams haben Personal und Ausrüstung am Hungaroring stationiert. Diese Regelung reduziert den Transportaufwand nach einem anstrengenden Grand-Prix-Wochenende. Zudem ermöglicht sie Pirelli den Zugriff auf verschiedene Fahrzeugcharakteristika.
Audi bringt ein Fahrzeug mit seinem eigenen Antriebspaket für 2026 mit. Alpine steuert ein weiteres aktuelles Modell aus der Formel 1 bei. Aston Martin stellt nach den in Ungarn vorgenommenen umfangreichen Änderungen das dritte Fahrzeug.
Die Teams testen Pirelli-Reifen, anstatt ihre Autos weiterzuentwickeln. Pirelli erstellt den Zeitplan und teilt die Prototypensätze zu. Die Fahrer erhalten Anweisungen zu Rundenlänge, Geschwindigkeit und Vorbereitung.
Bei einigen Läufen wird über mehrere aufeinanderfolgende Runden ein festes Tempo beibehalten. Andere vergleichen kurze Sequenzen auf verschiedenen Prototypenkonstruktionen. Die Ingenieure erfassen nach jedem geplanten Einsatz Druck, Temperatur und Verschleiß.
Die Teams übermitteln Pirelli nach jedem Lauf die angeforderten Daten. Der Reifenhersteller überprüft anschließend das Verhalten der einzelnen Prototypen. Die Abstimmung der Fahrzeuge für den Wettbewerb ist nicht Teil dieser Session.
Eine bekannte Strecke bietet einen stabilen Bezugspunkt.
Der Hungaroring bietet den Ingenieuren eine vorteilhafte Mischung aus langen und mittellangen Kurven. Die Reifen verbringen einen Großteil der Runde unter gleichmäßiger Seitenkraft. Mehrere langsamere Abschnitte geben zudem Aufschluss über Traktion und Aufwärmverhalten.

Die Grand-Prix-Tests haben bereits für Abrieb auf der Ideallinie gesorgt. Der Dienstag beginnt mit einer deutlich verbesserten Streckenoberfläche als bei einem privaten Wintertest. Pirelli erfasst den Streckenzustand, bevor die geplanten Testfahrten verglichen werden.
Luft- und Asphalttemperaturen sind nach wie vor wichtige Faktoren bei jedem Reifentest. Eine Gummimischung kann sich bei deutlich höheren Oberflächentemperaturen anders verhalten. Ingenieure vergleichen daher die Messwerte jeder absolvierten Runde.
Die Strecke ist eng und hat wenige lange Geraden. Diese Streckenführung sorgt dafür, dass die Reifen fast die gesamte Runde über aktiv bleiben. Außerdem wird die Abkühlzeit zwischen anspruchsvollen Kurvengruppen dadurch begrenzt.
Aktuelle Renndaten liefern Pirelli einen weiteren Vergleichspunkt. Das Unternehmen kennt die Belastungen, die durch seine aktuellen Spezifikationen entstehen. Die Ingenieure vergleichen Prototypendaten mit Messungen vom Rennwochenende.
Das Reifenprogramm 2027 geht auf die Rennstrecke.
Die Entwicklung von Formel-1-Reifen beginnt lange vor dem Start einer neuen Saison. Konstruktionsentscheidungen erfordern sowohl Streckentests als auch Laboruntersuchungen. Die Auswahl der Reifenmischung erfolgt anschließend in mehreren Tests auf verschiedenen Rennstrecken.
Die Reifenkarkasse sorgt für Stabilität beim Bremsen und in schnellen Kurven. Die Gummimischung optimiert Grip und Verschleiß auf der Rennstrecke. Beide Komponenten beeinflussen das Aufwärmen, die Konstanz der Fahrleistung und das Vertrauen des Fahrers.
Pirelli testet mehr Optionen, als die Formel 1 letztendlich einsetzen wird. Schwache Kandidaten scheiden nach der Auswertung ihrer Daten aus dem Programm aus. Die leistungsstärksten Versionen kehren für weitere Tests unter verschiedenen Bedingungen zurück.
Jedes teilnehmende Auto stellt etwas andere mechanische Anforderungen. Diese Unterschiede helfen Pirelli, sich nicht auf ein einziges Designkonzept zu verlassen. Jeder zugelassene Reifen wird von allen Formel-1-Teams verwendet.
Die Arbeiten in Ungarn decken nur einen Teil des Programms für 2027 ab. In späteren Sitzungen werden weitere Strecken, Temperaturen und Kurventypen untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden ein umfassenderes Bild ergeben, bevor die endgültigen Spezifikationen festgelegt werden.
| Schaltung | Hungaroring |
|---|---|
| Testtage | Dienstag und Mittwoch |
| Teams | Audi, Alpine und Aston Martin |
| Optik | Trockenwetterreifen für 2027 |

Daten sind wichtiger als Rundenzeiten.
Öffentliche Rundenzeiten geben bei kontrollierten Reifentests wenig Aufschluss. Die Fahrzeuge können unterschiedliche Kraftstoffmengen mitführen und verschiedene Fahrstrategien verfolgen. Eine langsamere Runde liefert dennoch genau die von Pirelli angeforderten Daten.
Die Fahrer beschreiben das erste Ansprechverhalten beim Einlenken oder Bremsen. Sie berichten auch über Veränderungen im Laufe der Zeit, wenn die Reifen mehr Runden absolvieren. Diese Kommentare werden neben den Temperatur- und Druckmessungen erfasst.
Bevor ein zurückgegebener Reifensatz die Werkstatt verlässt, wird er von den Mechanikern sorgfältig geprüft. Dabei werden sichtbare Abnutzungsspuren erfasst und die gesamte Reifenoberfläche kontrolliert. Anschließend führen Pirelli-Spezialisten eine detailliertere technische Untersuchung durch.
Kontinuierliche Fahrten helfen, das Reifenverhalten von sich ändernden Streckenbedingungen zu trennen. Das Programm wiederholt ausgewählte Sequenzen, sofern der Zeitplan es zulässt. Vergleichbare Daten sind aussagekräftiger als eine einzelne schnelle Runde.
Am Dienstag werden die ersten Prototypen der zweitägigen Testreihe vorgestellt. Am Mittwoch geht es mit weiteren geplanten Prototypentests weiter. Pirelli wird die Ergebnisse beider Tage auswerten, bevor die nächsten Entwicklungsschritte festgelegt werden.
Drei Autos teilen sich das Rennen.
Audi, Alpine und Aston Martin stellen die Fahrzeuge und Streckencrews. Jedes Team folgt einem von Pirelli-Ingenieuren erstellten Programm. Der Reifenhersteller legt die Mischungen, den Reifendruck und die Anzahl der Runden fest.
Die Fahrer absolvieren wiederholte Fahrten mit verschiedenen Prototypensätzen. Ingenieure messen das Reifenverhalten während einer gezeiteten Runde. Längere Fahrten zeigen, wie sich die Haftung mit zunehmendem Reifenverschleiß verändert.
Die Ingenieure des Teams bedienen weiterhin die Fahrzeuge und überwachen deren Systeme. Nach jedem Lauf übermitteln sie Pirelli die erforderlichen Reifendaten. Die Setup-Experimente für den Wettbewerb laufen getrennt vom Reifenprogramm ab.
Der Einsatz mehrerer Fahrzeuge liefert Pirelli innerhalb von zwei Tagen mehr Informationen. Unterschiedliche Fahrgestelle führen zudem zu unterschiedlichen Belastungen der einzelnen Reifen. Der Vergleich hilft dabei, ein bei allen Fahrzeugen auftretendes Verhalten zu identifizieren.

Das Wetter beeinflusst den Wert jeder einzelnen Rundenserie. Die Streckentemperatur ändert sich zwischen den Vormittags- und Nachmittagssitzungen. Pirelli erfasst diese Bedingungen neben Reifendruck- und Verschleißmessungen.
Mit dem Test beginnt ein längerer Zulassungsprozess.
Ein in Budapest eingesetzter Prototyp wird nicht automatisch für Rennen ausgewählt. Pirelli vergleicht seine Daten mit späteren Tests auf anderen Rennstrecken. Ungeeignete Konstruktionen oder Mischungen werden aus dem Programm gestrichen.
Der Hungaroring zeichnet sich durch langgezogene Kurven und mehrere Zonen mit starker Traktion aus. Die Rundenzeit führt daher zu wiederholten Seitenkräften auf die Reifen. Langsame Kurvenausgänge zeigen zudem, wie die Hinterreifen auf Beschleunigung reagieren.
Die jüngsten Grand-Prix-Rennen liefern den Ingenieuren einen nützlichen Referenzpunkt. Sie kennen bereits den Zustand der Rennstrecke nach einem kompletten Rennwochenende. Diese Informationen erleichtern die Untersuchung ungewöhnlicher Testergebnisse.
Die Modellreihe 2027 benötigt nach Budapest noch weitere Testkilometer auf der Rennstrecke. Pirelli wird diese Tests mit Laborarbeiten und Simulationen kombinieren. Die endgültige Spezifikation muss vor Produktionsbeginn formell genehmigt werden.
Pirelli erfasst die Reifendaten den ganzen Dienstag und Mittwoch über. Öffentliche Rundenzeiten erlauben keine Rückschlüsse auf den besten Prototyp. Das Unternehmen vergleicht daher alle Läufe, bevor es weitere Testprodukte auswählt.
Die Messungen werden nach jedem Halt fortgesetzt.
Ingenieure überprüfen jeden gebrauchten Reifensatz, sobald das Auto in die Box zurückkehrt. Sie messen die Oberflächentemperatur, den Verschleiß und etwaige sichtbare Schäden. Diese Prüfungen werden mit den auf der Rennstrecke aufgezeichneten Daten abgeglichen.
Die Fahrer beschreiben außerdem Grip, Balance und Leistungsveränderungen. Ihre Kommentare helfen, Muster in den Messdaten zu erklären. Pirelli vergleicht anschließend ähnliche Fahrten aller drei Teams.
Die fertiggestellten Anlagen bleiben auch nach Budapest Teil der technischen Überprüfung. Laboruntersuchungen decken Veränderungen auf, die von außen nicht sichtbar waren. Dieser Prozess wird auch nach der Schließung des Regelkreises fortgesetzt.
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